Was ist Windenergie?

Windkraft ist unbegrenzt verfügbar und zählt zu den regenerativen Energien. Aber was ist Windkraft überhaupt? Wie wird durch Wind Energie gewonnen? Wie haben unsere Vorfahren die Kraft des Windes für sich genutzt? Und welche Vor- und Nachteile bringt die Windenergie mit sich?

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Was ist Windenergie? Eine Definition.

Als Windenergie bezeichnen wir die Energie, die aus Windkraftanlagen gewonnen wird. Diese Anlagen erzielen ab einer Windgeschwindigkeit von 4 bis 5 Metern pro Sekunde gute Leistungen.

Bei Windkraftanlagen unterscheiden wir zwischen Onshore- und Offshore-Windparks. Onshore-Windparks errichten wir an der Küste und im Binnenland – beispielsweise in der Region Hannover. Offshore-Windparks erzeugen ihren Strom auf dem Meer, in großem Abstand zur Küste. Über unterirdische Kabel leiten sie den Strom an Verteilstationen weiter. Von dort aus gelangt er in unsere Haushalte.

Wie wir aus Windenergie Strom erzeugen

Unabhängig vom Standort funktionieren Windkraftanlagen immer gleich: Sie nutzen die natürliche Kraft des Windes, um daraus elektrische Energie zu erzeugen.

Das funktioniert folgendermaßen: Zunächst versetzt die Bewegungsenergie des Windes bzw. der Luftströmungen die Rotorblätter der Windkraftanlage in Bewegung und treibt über eine Drehachse den Stromgenerator an. So wandeln wir die Bewegungsenergie (kinetische Energie) in elektrische Energie – also Strom – um.

Hier erfahren Sie mehr über die Funktionsweise einer Windenergieanlage.

Pro Windkraft – Der Film

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Copyright: Protect the Planet gGmbH, München

Die Geschichte der Windenergie

Windkraft und die Geburt der Seefahrernationen

Im Altertum diente die Windkraft vor allem der Fortbewegung auf den Meeren. Große Seefahrernationen wie die Karthager oder Griechen begründeten ihre Macht darin, dass sie sich die Kraft des Windes zu eigen machten und ihr Herrschaftsgebiet ausweiteten.

Im Mittelalter folgten ihnen Venezianer und Genuesen, die ihren Reichtum durch Handelswege über das Mittelmeer hinweg begründeten. Später in der Neuzeit bauten Seefahrernationen wie England oder Spanien einen großen Teil ihrer Wirtschaft durch den weltweiten Überseehandel auf – mit der Kraft des Windes.

Windmühlen in Europa

Wann genau Menschen die ersten Windmühlen bauten, ist nicht sicher. Schriftlichen Überlieferungen zufolge gab es Windmühlen bereits vor 4.000 Jahren. Andere Forscher sehen die Nutzung von Windmühlen erst für das 7. Jahrhundert nach Christus belegt.

In Europa fällt die älteste Erwähnung von Windmühlen erst in die Mitte des 9. Jahrhunderts. Sicher nachgewiesen sind sie in Frankreich um das Jahr 1100. Von dort aus verbreiteten sie sich in den folgenden 200 Jahren bis nach Osteuropa.

Im 19. Jahrhundert erlebten Windmühlen in Europa ihre Blütezeit. Bei guten Windverhältnissen erzielte jede der 100.000 Anlagen damals umgerechnet ca. 25-30 Kilowatt Leistung. Zum Vergleich: Eine heutige moderne Windkraftanlage erzeugt bis zu 4 Megawatt – ihre Leistung ist also rund 150 Mal höher als früher.

Windmühlen übernehmen mechanische Arbeit

Die Funktionsweise von Windmühlen und Windkraftanlagen ähnelt sich: Windkraft treibt die Rotorblätter an und wandelt auf diese Art und Weise Energie um. Während Windkraftanlagen daraus Strom erzeugen, nutzen Windmühlen die Energie zur Verrichtung mechanischer Arbeiten.

Die Menschen nutzten Windmühlen vor allem zum Mahlen von Getreide, in der Baumwollspinnerei und in der Tuchwalkerei. Außerdem setzten sie die Kraft der Mühlen ein, um Leder zu stoßen, Holz zu sägen, Öl, Papier und Tabak herzustellen und Sumpfgebiete oder Landflächen zu entwässern.

Windkraft in Deutschland

Während der industriellen Revolution in der Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Windmühlen in Deutschland an. Um 1880 erreichte die Zahl der Windmühlen im damaligen Deutschen Reich mit 18.000 Anlagen einen Höhepunkt.

In der Folge traten nach und nach fossile Kraftwerke oder elektrische Antriebe an ihre Stelle – die Zahl der Windmühlen sank kontinuierlich. Von 11.400 Windmühlen zu Beginn des Ersten Weltkrieges blieben schon 1932 nur noch etwa 4.000 Anlagen übrig.

Heute bemühen sich viele Denkmalschützer um den Erhalt der historischen Gebäude. An wenigen Orten sind sie noch in Betrieb.

Entwicklung der Windkraftnutzung

Einer der Gründe für den Aufschwung der Windkraft in Europa liegt in der ersten Ölkrise des 20. Jahrhunderts: Zu Beginn der 1970er Jahre drosselte die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die Öllieferungen in Richtung Europa. Der Ölpreis stieg rasant und die Wirtschaft in Europa brach ein.

Die europäischen Staaten stellten fest, wie stark sie auf fossile Brennstoffe angewiesen waren. Langsam setzte ein Umdenkprozess ein und es begann die Suche nach Alternativen zur Energieerzeugung. Diese Einsicht trug entscheidend dazu bei, dass Deutschland und Europa die Entwicklung moderner Windkraftanlagen vorantrieben. Die erste Serienfertigung von Windkraftanlagen begann schon 1979 in den Niederlanden.

Seitdem machte die technologische Entwicklung der Windenergie beachtliche Fortschritte: Die heutigen Windkraftanlagen produzieren ein Vielfaches ihrer Vorgänger. Auf globaler Ebene zählt die Branche spätestens seit den 1990er Jahren zu den am stärksten wachsenden Industrien.

 

Vor- und Nachteile der Windenergie

Die Vorteile der Windenergie liegen auf der Hand: Sie ist unbegrenzt vorhanden, frei verfügbar und umweltschonend. Außerdem leisten wir unseren Beitrag gegen den Klimawandel indem wir die Windkraft als erneuerbare Energie fördern.

Die Windenergie bringt also viele Vorteilemit sich. Wir möchten aber auch auf eventuelle negative Effekte eingehen. Beispielsweise gehen wir der Frage nach, ob Windräder Nachteile für Anwohner mit sich bringen. Verschaffen Sie sich einen kompakten Überblick der Vor- und Nachteile der Windenergie:

Vorteile der Windenergie

  • Wind steht uns unbegrenzt zur Verfügung. Die Stromerzeugung durch Windenergie ist sehr schadstoffarm.
  • Die Windenergiebranche wächst stetig und schafft bzw. sichert viele Arbeitsplätze.
  • Windstrom senkt nachhaltig die Emission von Kohlendioxid (CO2).
  • Windanlagen haben eine positive Energiebilanz: Windräder erzeugen wesentlich mehr Energie, als Herstellung, Logistik, Aufbau und Wartung der Windräder insgesamt benötigen.
  • Strom aus Windkraft ist günstiger als Strom aus konventioneller Erzeugung: Die Aufwendungen für den Abbau und die Entsorgung sind bei konventionellen Erzeugungsanlagen, wie Atomkraftwerken, weitaus höher als bei Windenergieanlagen.
  • Windenergienutzung birgt keine elementaren Gefahren für Mensch und Natur, wie zum Beispiel Atomenergie oder Erdöl.
  • Windenergieleistet einen Beitrag, die UN-Klimaschutzziele zu erreichen.
  • Durch Windenergie können wir ökologische und ökonomische Ziele in Einklang bringen.
  • Strom, den wir durch Windenergie erzeugen, können wir durch Power-to-Gas-Technologien speichern und bei Bedarf abrufen.
  • Mit Windenergie gestalten Sie die Energiewende aktiv mit.

Nachteile der Windenergie